Wie eine Lehmwand entsteht

Ein Erfahrungsbericht von Malermeister Marc-Alexander Kecker
Autor: Lukas Waning veröffentlicht am 18.01.2021
Bei der Beschreibung von Referenzen mit YOSIMA Lehm-Designputz betonen viele Handwerker, wie sie dieses Material genau verarbeiten. Als Profi weiß Marc-Alexander Kecker: Auf den Untergrund kommt es an! Je besser die Vorbereitung, desto perfekter das Ergebnis. Die in den Untergrund investierte Zeit rechnet sich außerdem: Beim Farbputz-Auftrag geht es später umso schneller. So nimmt der Text seiner Referenz besonders der Grundlagenarbeit in den Fokus.

Nicht immer denkt man automatisch bei der Gestaltung seiner Räume an Lehm. In diesem Fall jedoch entwickelten der Bauherr und der Architekt die Idee in dem großen Esszimmer/Küchenbereich in einem Wohnhaus in Langenfeld bei Leverkusen eine raumbeherrschende Wand mit Lehm hervorzuheben. Eigentlich ist das ganze Haus klassisch gespachtelt, mit Vlies beklebt und mit Dispersionsfarbe gestrichen worden, doch diese Wand sollte etwas ganz besonderes werden. Nachdem die Entscheidung getroffen war nahmen Bauherr und der Architekt Kontakt zu unserem Handwerkspartner Marc-Alexander Kecker und seinem Unternehmen Kecker Raumgestaltung aus Essen auf um die Gestaltung der Wand mit Lehm zu besprechen. Kecker Raumgestaltung ist seit 2006 CLAYTEC Handwerkspartner und ist Ihr Spezialist für klassische Lehmoberflächen, ökologische Innendämmung und Lehmtrockenbau im Umkreis Essen. Da es sich um einen Neubau handelte bot es sich an, die Wand zunächst mit dem CLAYTEC Lehm-Unterputz mit Stroh zu verputzen. Außerdem sollte die Lehm-Oberfläche einen Farbton bekommen der sich dem Farbton der Fensterrahmen anpassen sollte. Gemeinsam entschieden sich der Kunde und der Architekt für den YOSIMA Lehm-Designputz. Fortan wurde in Zusammenarbeit mit unserem Handelspartner Hetfeld Naturbauhaus ein individueller Farbton entwickelt. Um sich der geplanten Oberflächenwirkung des Putzes bewusst zu werden und anzunähern, wurden außerdem vorerst Musterflächen erstellt.

„Einen YOSIMA Farbton herzustellen ist etwas anders als bei anderen Farben, da man es hier nicht mit einem viskosen Material zu tun hat, sondern der Grundstoff pulverförmig ist.“

Einige Musterplatten später stand der endgültige Farbton, eine individuelle Mischung aus den Farbtönen BR 0 und SC 0. Bauherr und Architekt waren begeistert von der Tiefenwirkung des YOSIMA und entschieden sich für eine verdichtete und glatte Oberfläche welche sich hervorragend mit dem YOSIMA Lehm-Designputz erzielen lässt. 

Die Individuelle Mischung des YOSIMA Lehm-Designputz aus den Farbtönen BR 0 und SC 0

Das Mischmauerwerk, der Kamin mit seinen zu erwartenden Temperaturschwankungen und die millimetergenauen Anschlüsse an die Kühl– und Weinschränke machten Marc-Alexander Kecker und seinem Team anfangs noch einige Sorgen. Gerade die möglichen Rissbildungen in den Anschlüssen zum Kamin sah man als Risiko aber zugleich auch als spannende Herausforderung.

Zur Verbesserung der Haftung wurde zunächst eine mineralische Putzgrundierung auf die Mauerwerkssteine aufgetragen. Um alle Ecken schön gerade und lotrecht hinzubekommen wurden anschließend Eckschienen montiert. Hierbei musste Kecker und sein Team gerade beim Anschluss an den Kamin sehr genau arbeiten. Die Eckschienen wurden außerdem eingesetzt um die Schichtstärke des Unterputzes anzupassen und zu regulieren.

Nachdem alle Eckschienen fest montiert waren konnte die eigentliche Arbeit beginnen, das Auftragen des Lehm-Unterputzes. Da die Wand ca. 50qm groß war, war der Einsatz einer Putzmaschine nicht praktikabel. Aufbau, Reinigung und Abbau der Putzmaschine hätte vermutlich länger gedauert als die Zeit die eingespart werden könnte. Also wurde der Lehmputz mit der Hand aufgetragen. Dafür wurde das Material in 25 kg-Säcken auf die Baustelle geliefert und dort zunächst maschinell angerührt. Nachdem der Lehm richtig angequollen war, wurde er mit Kelle und Glätter aufgetragen und geebnet. 

Natürlich fiel hier und da auch mal ein wenig Lehm vom Glätter sodass die Spuren des Verputzens an der Kleidung der Handwerker deutlich abzulesen war. Das gute an CLAYTEC Produkten, sie sind zu 100% natürlich und somit nicht aggressiv wodurch sie sich einfach auswaschen- oder ausklopfen lassen.  Marc-Alexander Kecker berichtete außerdem von der postitiven Tatsache dass Lehmputz nicht wie Gips– oder Kalkputz erhärtet was die Verarbeitung sehr angenehm macht. In dem Prozess der Erhärtung bei Gipsputzen findet eine chemische Reaktion statt welche zur Erhärtung des Putzes führt und auch nicht durch Wasserzugabe o.ä. verlangsamt werden kann. Gibt man während der Erhärtungsphase Wasser hinzu, sinkt die Qualität des Putzes massiv. Dies ist bei einem Lehmputz anders, denn dieser trocknet ausschließlich physikalisch wobei das beigefügte Wasser verdunstet und die Teile des Putzes sich zu einer Masse verbinden. Bearbeitet man also eine große Fläche und kommt in Zeitnot kann man einfach etwas Wasser beimengen oder vorsichtig auf die Fläche geben um so den Trocknungsprozess zu kontrollieren. Hierdurchlässtsich übrigens schon angemachtes Restmaterial auch gut am nächsten Tag weiter verarbeiten.

Nachdem der Putz aufgetragen war wurde die Fläche mit Putzlatten abgezogen und eingeebnet. Um die Problematik der Übergänge am Kamin zu lösen, wurde ein Glasseiden-Gewebe in drei Schichten eingebettet wodurch auch bis heute keine Rissbildungen in diesem Bereich vorzufinden ist.

Anschließend ließ man den Lehmputz erst einmal trocknen bevor er weiter bearbeitet wurde. Marc-Alexander Kecker und sein Team führen Lehmputze meist zweilagig aus d.h. zuerst eine dickere Schicht Unterputz und anschließend eine dünnere Schicht Lehm-Oberputz fein 06. Lehmunterputze enthalten gröbere Sande als die Feinputze, zum Teil werden außerdem Strohfasernbeigemischt um bei größeren Schichtstärken für mehr Stabilität und Tragsicherheit zu sorgen.

Da bei der Verarbeitung von Lehmputzen leichte Unebenheiten entstehen können wurde der Lehmfeinputz nach seiner Trocknung rabottiert. Beim Rabottieren geht man mit einem speziellen Rabottierbrett über die Fläche und begradigt so Erhöhungen und Unebenheiten. Heutzutage werden die Rabottierarbeiten meist mit speziellen Rabottier-Maschinen ausgeführt wodurch schneller und effektiver gearbeitet werden kann. 

Nachdem der Untergrund nun fertig vorbereitet war, wurde nach der Grundierung der Oberflächen mit der Grundierung Die Weisse, anschließend die finale Wandoberfläche mit dem YOSIMA Lehm-Designputz verfeinert.

Normalerweise sind wir nach einem Tag fertig und polieren nach Trocknung die Fläche vielleicht noch einmal oder bearbeiten sie mit einem Kaseinwasser sagt Marc-Alexander Kecker. Hier jedoch haben wir die Oberfläche weitere 3 Wochen immer wieder mal bearbeitet. Dabei haben wir feine Tonbestandteile angelöst und erneut verdichtet wodurch die Glätte erhöht- und die Oberfläche eine interessantere Tiefe bekam. Durch die Verdichtung werden auch die feinen Quarzbestandteile stellenweise freigelegt, so dass es zu Reflexen kommt. Nicht aufdringlich und dennoch interessant. 

Der YOSIMA Lehm-Designputz wurde in der empfohlenen Schichtstärke von 2-3mm aufgetragen und anschließend von Kecker und seinem Team mit Japanischen Lehmglättern verdichtet. Diesen Arbeitsschritt führt man während der Trocknung des Materials aus. 

So entstand eine edle Wand, die die Architektur des ganzen Bereiches beherrscht ohne sie zu „erdrücken“. Der moderne Charakter der Räume wird nicht nur erhalten sondern gesteigert. 

Die fertiggestellte Wand verbindet heute geschmackvoll und nachhaltig den Wohnraum mit Küche und Bad, dabei erstreckt sie sich über eine Fläche von rund 50qm.

Wie schon zu Beginn erläutert, wurde in diesem Fall ein von unserem Handelspartner Hetfeld Naturbauhaus individueller und auf das Bauvorhaben zugeschnittener Farbton angemischt. In enger Zusammenarbeit von Architekt, Bauherr und Handwerker wurde der gewünschte Farbton grammgenau aus den Basisfarbtönen der YOSIMA-Produktlinie angemischt und auf die Baustelle geliefert. Hier ist die genaue Rezeptur natürlich von großer Bedeutung um später eventuell einmal Material nachzumischen.

Der YOSIMA Lehm-Designputz ist ein sehr feines Material welches in einer Schichtstärke von ca. 2-3 mm aufgetragen wird. Der Spachtel wird in Pulverform auf die Baustelle geliefert und vor Ort mit Wasser angemischt. Das besondere an den YOSIMA Produkten sind die feinen Lehme welche ausschließlich aus lokalen Tongruben gewonnen werden. Es werden keinerlei Pigmente oder Farbstoffe beigemischt.

Die Kunden sind überaus glücklich mit Ihrer Wand welche auch heute immer noch ein echter Hingucker ist. Besonders freudig berichtet Marc-Alexander Kecker von der Aussage des Kunden, dass er es bereut nicht mehr Lehm im restlichen Haus eingesetzt zu haben. Ein besseres Lob können wir als Hersteller der Lehmbaustoffe wohl nicht bekommen. 

 

Weiterführende Informationen zu unserem Handwerkspartner Kecker Raumgestaltung, finden sie hier:

https://www.kecker-raumgestaltung.de/

Lukas Waning
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