Projektvorstellung Solar Decathlon: LOCAL+ FH Aachen

Autor: Miriam Driesch veröffentlicht am 11.04.2022
Das Projektteam LOCAL+ besteht aus mehr als 20 Architekturstudenten und –Studentinnen, die unter der Leitung von Prof. Dipl.-Ing. Wollenweber in den Wettbewerb gestartet sind. Unterstützt werden sie außerdem von wissenschaftlichen Mitarbeitern*innen, Professoren*innen und Kommilitonen*Kommilitoninnen und externen Partnern*innen wie CLAYTEC. Die Vision des Teams: Bewegung in das Leben der Bewohner*innen des Mirker Quartiers zu bringen, mit Hilfe des LOCAL+ Hauses.

Der Name des Projektteams „LOCAL+“ steht für "Low Carbon Lifecycle". Das + lässt bereits erahnen, dass dieses Projekt nicht nur Material und Baustil betrachtet, sondern auch Lebensmodelle und Wohnkonzepte. Im Rahmen des Solar Decathlons hat sich das Team der Aufgabe der Baulückenschließung angenommen. Diese Baulückenschließung soll durch die Entstehung des LOCAL+ Hauses gelingen.

Das Mirker Viertel in Wuppertal ist der Ort, den das Team attraktiver gestalten möchte. Dieses Ziel soll durch zwei Faktoren erreicht werden. Zum einen soll die soziale Interaktion gefördert und zum anderen ein positiver Beitrag zum Planeten erzielt werden. Ersteres soll durch ein Wohnkonzept für (vorübergehend) alleinstehende Menschen erreicht werden, sodass eine Wohngemeinschaft entsteht. Das Wohngebäude, welches entsteht, soll eine Baulücke in Wuppertal schließen. Basis für diese Entscheidung war die Verknappung von Ressourcen und urbanen Wohnraum, die Zunahme von Single-Haushalten und die ständig wechselnden Anforderungen an Wohnraum.  Der Keller, das Erdgeschoss und der Garten des Gebäudes sollen gemeinschaftlich genutzt werden, zum Beispiel für ein gemeinsames Frühstück und den Anbau von Gemüse im Garten. In den weiteren Etagen befinden sich kleine Wohngemeinschaften, die individuell gestaltet sind: Statt eines gewöhnlichen Grundrisses mit gewöhnlichen Zimmern wurde der CUBE entwickelt.

Der CUBE ist ein kleiner beweglicher und barrierearmer Raum innerhalb der Wohnung. Er ist voll ausgestattet mit allem, was die Mieter*innen für ihr persönliches Leben brauchen. Weitere Möbel können von außen hinzugefügt werden. Eine weitere Besonderheit: Die CUBEs sind beweglich. Das heißt, der Grundriss kann von den Bewohnern*innen nach ihren täglichen Bedürfnissen angepasst werden. Bis zu drei Bewohner*innen können in einer Wohnung leben, jede*r in seinem eigenen CUBE.

Der zweite Faktor, einen positiven Beitrag zum Planeten zu leisten, soll erzielt werden, indem ein Gebäude geschaffen wird, das auf innovative und intelligente Weise neue Energie- und Nachhaltigkeitskonzepte integriert. Die Erzeugung, Speicherung und Nutzung von Energie steht dabei im Fokus. Darüber hinaus wird die Kreislauffähigkeit des Hauses durch eine effiziente Materialauswahl und eine rückbaubare Konstruktion verbessert. Ressourcenschonendes Planen und Bauen ist hier das Stichwort. In diesem Zusammenhang ist die Verwendung von ökologischen Baustoffen unumgänglich, Lehm ist als kreislaufgerechter Baustoff beliebig wiederverwendbar, ressourcenschonend und lokal verfügbar. Die Verarbeitung des Rohstoffs erfolgt ohne den Zusatz von chemischen Inhaltsstoffen. Die Basis für den Wandaufbau des LOCAL+ Demenstrators bildet eine Massivholzwand. Auf dieser wird die Lehmbauplatte schwer (LEMIX) und esb-Platten der Firma ELKA angebracht. Als Armierungslage wird der CLAYTEC Lehmklebe- und Armierungsmörtel mit einem Glasgewebe verwendet. Das Finish erfolgt mit dem YOSIMA Lehm-Designputz im Farbton Wollweiß. Ein Putz für die Oberflächengestaltung, bei dem ausschließlich Ton das Bindemittel und Farbgeber ist. Für den Deckenaufbau wird ebenfalls mit einer Massivholz Basis gearbeitet. Auf dieser erfolgt der Aufbau mit den Hochleistungs-Lehmmodulen von ArgillaTherm SYSTEM. Darüber wird der Lehmputz-Oberputz THERMO, mit eingearbeiteten Glasseiden-Gittergewebe, verwendet. Die Oberfläche wird mit dem Lehm-Rollputz im Farbton reinweiß gestaltet.

Besonders spannend bei diesem Projekt sind die zeitlichen Gegebenheiten. Die Aufbauphase auf dem Wettbewerbsgelände beträgt lediglich zwei Wochen. Da der Lehmputz an Trocknungszeiten gebunden ist, werden bis zum Feinputz/Finish alle Arbeitsschritte, bezogen auf den Lehm-Innenausbau, in Aachen durchgeführt. Das Risiko der Rissbildung beim Transport der fertig verputzten Wände wäre zu groß. Da bislang nur selten im Modulbau mit Lehm gearbeitet wird, bleibt es spannend, wie sich der Lehm in der Vorfertigung verhalten wird.

Weitere Informationen zu dem Projekt des LOCAL+ Teams der Fachhochschule Aachen finde Sie hier, oder auf den Social Media Kanälen von LOCAL+.

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Miriam Koç
Marketingassistenz

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