Kunstwerke aus Lehm – Frischzelle_28: Hannah Zenger

Autor: Miriam Driesch veröffentlicht am 27.05.2022
In der 28. Ausgabe der Reihe „Frischzelle“ im Stuttgarter Kunstmuseum präsentiert die Bildhauerin Hannah Zenger ihre Skulptur-Arbeiten. Die Ausstellungsreihe Frischzelle bietet jungen Künstler*innen aus Baden-Württemberg die Möglichkeit, ihre Kunst zu präsentieren. In ihrer ersten eigenen Kunstaustellung zeigt Hannah Zenger ihre Arbeiten, die sich an der Schnittstelle von bildender Kunst und wissenschaftlicher Forschung bewegen. Die Ausstellung mit dem Titel „Frischzelle_28: Hannah Zenger“ wurde kuratiert von Arne Schmidt und befasst sich mit natürlichen Materialien, dabei spielt der nachhaltige Baustoff Lehm eine wichtige Rolle.

Bevor Hannah Zenger die Kunst für sich entdeckte absolvierte sie zunächst ein Studium der Architektur. Heute sagt sie, dass wesentliche Denk- und Verfahrensweisen der Architektur ihre bildhauerische Kunst und deren Entstehung prägen. In ihrer Ausbildung beschäftigte sie sich vor allem mit den Eigenschaften verschiedener in der Baubranche verwendeter Materialien, wie zum Beispiel Erden und Steinen. Diese Auseinandersetzung beeinflusste ihr späteres künstlerisches Schaffen spürbar.

Hannah Zenger nutzt ihre Kunst als Möglichkeit, Dingen der Natur eine Sichtbarkeit zu geben und aufzuzeigen, dass alles in der Natur gegenwärtig ist. Ihre Arbeiten sollen dazu beitragen, dass Menschen lernen ihre Umgebung besser zu verstehen und eine Verbindung zu dieser aufzubauen. Damit leistet Hannah Zenger ihren Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte um Umwelt und Naturschutz.

Grundlage für ihre Ausstellung sind Erd-, Gesteins-, und Pflanzenproben, die sie für ihre Installationen verwendet hat. Ein Teil ihrer Ausstellung mit dem Titel „Pisè“ besteht aus Stampflehm Zylindern. Hierfür wurde Hannah Zenger von dem Maler- und Stuckateurbetrieb Lehmbau Glück unterstützt, der für die Ausstellung den CLAYTEC Stampflehm verarbeitete. Die Stampflehm-Zylinder wurden in Vorbereitung für die Ausstellung im Kunstmuseum Stuttgart in Kooperation mit Thomas Glück, in Lauterbach im Schwarzwald, hergestellt. Der erdfeuchte Stampflehm wurde Schicht auf Schicht zu massiven Zylindern gedichtet. Diese „Pisè“ Technik hat in der Architektur bereits seit mehreren tausend Jahren Tradition. Manuell erfolgte die wiederholende Schichtung und Verdichtung. Der Entstehungsprozess der Zylinder gibt Einblicke in die Architekturgeschichte und ebenso in den Entstehungsprozess von Landschaft und die Geologie unserer Erde. Insgesamt sind fünf Stampflehm-Skulpturen entstanden, jeweils in unterschiedlichen natürlichen Erdfarbtönen. Es handelt sich um die Farben grau, rot, gelb, weiß und naturbraun. Jeder einzelne Zylinder hat die Größe von 85 × 70 × 70 Zentimetern.

Die Ausstellung „Frischzelle_28: Hannah Zenger“ ist seit dem 30. April 2022 zu sehen und kann noch bis zum 09. Oktober 2022 im Kunstmuseum Stuttgart besichtigt werden. Weitere Informationen zu Hannah Zengers Ausstellung finden Sie hier.

 

Künstlerin: Hannah Zenger

Fotos: Frank Kleinbach, Stuttgart 

Miriam Driesch
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