Erfolgreiche Doppelpremiere im Zentrum Holz

Symposien zu Fachwerk und modernem Lehm- und Holzbau
veröffentlicht am 27.01.2020
An zwei aufeinander folgenden Tagen trafen sich Ende September 2019 im sauerländischen Olsberg interessierte Fachbesucher aus Architektur, Planung und Verarbeitung. Hochkarätige Referenten zeigten in Vorträgen und Praxisdemonstrationen die Vielfalt der heute verfügbaren Möglichkeiten sowie historischer Techniken im Holzbau mit Lehm auf. Ein verspäteter Nachbericht über eine bemerkenswerte Veranstaltung.

Das Zentrum Holz ist Plattform für das Bauen mit Holz und insbesondere für die Einführung neuer Holzbauprodukte und Holzbautechnologien. Gelegen im sauerländischen Olsberg, am Oberlauf der Ruhr, bietet es einen 1.100 m² großen Holzbau-Pavillon für die Produkt- und Anwendungspräsentation sowie technisch bestens ausgestattete Veranstaltungsräume unterschiedlicher Größe. Auch CLAYTEC – Baustoffe aus Lehm ist dort mit einem Ausstellungsstand vertreten. Zusammen mit Zentrumsleiter Martin Schwarz vom Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen entwickelten die Lehmbaustoffproduzenten vom Niederrhein 2018 die Idee, erstmals gemeinsam ein Symposium Moderner Lehm- und Holzbau durchzuführen.

Zentrumsleiter Martin Schwarz vom Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen

Am 25. September 2019 war es schließlich so weit: In Olsberg kamen 55 an nachhaltigem Bauen interessierte Gäste zusammen und erlebten im Zentrum Holz im eine inhaltlich hochkarätige und anregende Veranstaltung. Den Auftakt am Rednerpult machte Michael Arns, Vizepräsident der Architektenkammer NRW. Sein fachlich geprägtes Grußwort war ein engagiertes Plädoyer für das Bauen mit Lehm und Holz. Professor Christof Ziegert vom Büro und Baustofflabor ZRS Berlin zeigte nach einleitenden Worten beeindruckende Anwendungsbeispiele. Seinem Vortrag folgte der von Michael Thönnes, dem belgischen Claytec-Partner mit viel Holzbauwissen und einem faszinierenden Projektportfolio.

Praxisvorführung mit CLAYTEC-Supporter Stefan Funkenberg und Technikberater Philipp Meier

Die Mitte des Tages gehörte CLAYTEC. Nachdem Technikleiter Ulrich Röhlen die weit entwickelten und ausdifferenzierten CLAYTEC-Trockenbausysteme in der Theorie vorgestellt hatte, ging es an die Praxis. Supporter Stefan Funkenberg und Technikberater Philipp Meier zeigten die Vielfalt der heute verfügbaren ökologischen Trockenbaulösungen und demonstrierten den Plattenzuschnitt, die Befestigung sowie die Beschichtung in verschiedenen CLAYTEC-Varianten. Hagen Ehlert vom Flächenheizungssystemanbieter WEM referierte über das Material Lehm im technischen Ausbau, einem wichtigen Schwerpunkt im Zentrum Holz. Den würdigen Abschluss bildete die Vorstellung des spektakulären Bürobauprojektes The Cradle im Düsseldorfer Hafen, präsentiert von Antonio Vutaggio, Partner des renommierten Planungsbüros HPP-Architekten

Lehmbau-Koryphäe und Fachwerk-Experte: Prof. Manfred Gerner

Neu am Symposiums-Event war auch die Durchführung als Doppelveranstaltung. Am folgenden 26. September ging es in Olsberg beim Symposium Fachwerk um den historischen und somit keinesfalls weniger nachhaltigen Lehm-Holzbau. Fachwerk-Koryphäe Prof. Manfred Gerner und WTA-Mitglied Jürgen Gänßmantel schafften es, Fachwerk-Faszination und bauphysikalisches Know-how zusammenzubringen. Danach war es wiederum an CLAYTEC, Lehm-Techniken und -Systeme in Theorie und Praxis vorzustellen. Die Sanierungssysteme sind nicht nur denkmalpflegerisch und historisch hergeleitet; sie haben ihre Tauglichkeit  in einer nunmehr über 35 Jahre währenden zeitgenössischen Anwendungspraxis erfolgreich belegt. Den Abschluss bildeten Projekte des CLAYTEC-Handwerkspartners Oliver Schröder von Stuck und Natur sowie einige besonders schöne und große Fachwerksanierungen des Architekten Matthias Hellmann.

Eine Besonderheit im Zentrum Holz: Das Muster-Fachwerkhaus

Veranstalter, Referenten und Teilnehmer gingen nach zwei intensiven und inspirierenden Symposiums-Tagen in dem Bewusstsein auseinander, dass die Baustoffe Lehm und Holz, zusammengebracht in ausgereiften Systemen, zentrale Akteure für künftigen Bauaufgaben aller Sparten sein werden. Sie sind die Baustoffe der Nachhaltigkeit schlechthin. Ihre Zukunft hat gerade erst begonnen.           Fotos: Zentrum HOLZ