Das Musterzimmer #05 im Schloss Wiehe

Das Musterzimmer #05 im Schloss Wiehe

Im Rahmen ihrer Bachelorthesis hatten sechs Studierende der Fakultät Architektur, Stadt- und Raumplanung der Fachhochschule Erfurt die Möglichkeit Konzept, Ausführungsplanung und Ablaufplanung für das Musterzimmer #05 im Schloss Wiehe zu erarbeiten. Die anschließende Realisierung erfolgte ebenfalls eigenhändig von den Studierenden. Das Schloss Wiehe ist ein wunderschönes Renaissance-Schloss, welches Wolf Adolph von Werthern in den Jahren 1664 bis 1666 errichten ließ. In dem historischen Gebäude wurden bereits drei Projekte mit vier Musterzimmern realisiert. Dies geschieht in Kooperation mit der Gemeinde Roßleben-Wiehe. Genutzt wird das Schloss als Tagungsraum mit Seminarräumen und Übernachtungsmöglichkeiten vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) und der Fachhochschule Erfurt. An den Wochenenden können die Zimmer nach Absprache von der Öffentlichkeit besichtigt werden. Insgesamt stehen sieben Zimmer mit 16 Betten zur Verfügung.  

Das von den Studierenden gestaltete Zimmer verfügt über ca. 33 qm und beinhaltet ein Schlafzimmer und ein Badezimmer. Die Besonderheit des Entwurfs für Zimmer #05 ist die Gestaltung des Badezimmers in einem Frankfurter Schrank, sowie der Umgang und das Hervorheben der bestehenden, historischen Wände. Zum Ausbau der Räumlichkeiten unterstütze CLAYTEC das Projektteam mit der Bereitstellung von klimafreundlichen, zirkulären und schadstofffreien Lehmbaustoffen. Für den Schlafraum wurde die historische Bestandswand mit einem Schilfrohrgewebe verkleidet. Dieses wurde im Anschluss mit dem Lehm-Unterputz mit Stroh verputzt. Der ökologische Lehmputz ist seit mehr als 25 Jahren der Klassiker für unebenes Mauerwerk. In den Lehmputz wurde im Anschluss das Flachsgewebe eingearbeitet, ein speziell für Lehmputze entwickeltes Drehergarn, welches Verarbeitungs- und Umweltfreundlichkeit perfekt vereint. Finalisiert wurden die Wände mit dem YOSIMA Lehm-Designputz und dem CLAYFIX Lehm-Anstrich im Farbton Wollweiß.  

Im Rahmen des Konzeptes der Studierenden lag der Fokus unteranderem darauf, die historischen Wände zu erhalten und hervorzuheben. Das alte Holzfachwerk bildet den Blickfang des Raumes. Mit der Verwendung von ökologischen Lehmbaustoffen ist es problemlos möglich, den Charme historischer Gebäude zu bewahren, gesetzeskonform zu agieren und gleichzeitig effizient sowie verantwortungsvoll zu sanieren. Gerade bei denkmalgeschützten Bauwerken treffen Bauherr*innen auf viele Herausforderungen aufgrund von verpflichtenden Vorgaben, Beschaffenheit der Objekte sowie möglichen künftigen Ansprüchen. Lehm eignet sich als Naturprodukt ideal für die Sanierung, Renovierung und Modernisierung von unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden. So zeigt das Musterzimmer #05, dass die sanierten Räumlichkeiten im idealen Einklang mit den historischen Bestandelementen des alten Renaissace-Schlosses sind. 

 

Handwerksbetrieb: Eigenleistung 

Fotos: Benjamin Hering