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Erhalten und Gestalten: Fachwerk-Experte Michael Waning

Elektriker, Tischlermeister, Restaurator, Künstler sowie einige Semester Architektur-Studium – der Fachwerk-Spezialist Michael Waning kann in seiner täglichen Arbeit auf einen reichen Fundus an fachlicher Qualifikation und Erfahrung zurückgreifen. Von Herne aus betreibt er mit seiner Firma waningbauen Lehm- und Holzbau auf höchstem technischem Niveau.  Die Nutzung nachhaltiger Baumaterialien ist für Waning dabei nicht nur eine Frage der Überzeugung, sondern auch der gesellschaftlichen Verantwortung.

 

Grüne Oase im „Pott“

 

Bei der Anreise zum „Hof Waning“ erlebt der Ortsunkundige eine große Überraschung. Eben noch auf einer vielbefahrenen und dichtbesiedelten typischen Ruhrgebiets-Durchgangsstraße am Rande Bochums unterwegs, tut sich nach dem Abbiegen in Richtung des Herner Stadtteils Holthausen unvermittelt eine grüne Oase auf. Nur wenige hundert Meter vom Durchgangsverkehr entfernt, ist man plötzlich mitten auf dem Lande. Sanft ansteigende Hügel, Bäume und Wiesen prägen nun das Bild, das eben noch von der werktäglichen Auto-Karawane bestimmt war. Als erstes prägnantes Merkmal taucht ein großer Fachwerk-Hof auf.


Hier betreibt Michael Waning seinen Fachbetrieb für Holz- und Lehmbau. Mit der denkmalgerechten Restaurierung der historischen Hofanlage hat der gelernte Tischler und Elektroinstallateur und studierte Architekt ein anschauliches Referenzobjekt gestaltet. Hier sind eindrucksvoll all jene Kompetenzen demonstriert, mit denen Waning seine Kunden bei der Verwirklichung ambitionierter Sanierungsvorhaben und anspruchsvoller Neubauten unterstützt. Wanings Entwicklung zum Fachwerk-Experten und leidenschaftlichen Verfechter der Belange des Denkmalschutzes ist eng mit dem Hof verbunden. 1993 hatte  er auf der Suche nach Atelier-Räumen für seine künstlerische Arbeit die Hofanlage entdeckt. Zu der Zeit entwarf er Stahlmöbel und beschäftigte sich mit Fotografie.

 

Sachgerechte Sanierung mit Lehmbaustoffen

 

„Der Hof hat mein Herz für den Denkmalschutz geöffnet“, sagt Michael Waning rückblickend. Er hatte seinerzeit das Glück, die Gebäude in einem weitgehend unsanierten Zustand zu übernehmen. „Die Gebäude waren über mehrere Generationen hinweg verpachtet gewesen, und die Bewohner hatten immer nur das nötigste repariert. Zum Glück, denn dadurch war sehr viel an historischer Bausubstanz erhalten, kaum etwas war irreparabel ‚kaputtsaniert‘.“ Schon bald wurde klar, dass zu einer sachgerechten Sanierung ein Lieferant für Lehmbaustoffe gefunden werden musste. Bei der Beschäftigung mit dem Baustoff Lehm entdeckte Waning 1994 Claytec. „Ich glaube, ich war mit der erste Kunde, der die seinerzeit neu entwickelte Claytec-Lehmbauplatte bestellte und verarbeitete“, berichtet Waning. „Der heutige Claytec-Technikleiter Ulrich Röhlen war damals einige Male hier und unterstützte mich bei der Umsetzung meiner Ideen, wie beispielsweise der Einbringung einer Holzleichtlehmschüttung zur Innendämmung.“
Die intensive Auseinandersetzung mit der nachhaltigen und bauhistorisch adäquaten Gestaltung der eigenen Arbeits- und Lebensumgebung blieb nicht ohne Folgen. Im Jahr 2000 war aus dem bildenden Künstler ein anerkannter Fachmann für Fachwerk-Sanierung geworden, das Unternehmen waningbauen GmbH wurde gegründet. Dabei prägt der ästhetische Anspruch des Künstlers auch den Fachwerk-Experten Michael  Waning bis heute:  „Es ist mein Bestreben den Lehmbau vom Image hausbackener Öko-Romantik zu befreien und stattdessen die Modernität des Werkstoffes herauszustellen.“ Parallel zu dieser ästhetischen Aufwertung müsse man weg von der „Nein, danke!“-Haltung welche die Ursprünge der Ökologiebewegung in den Achtzigern geprägt habe, hin zu einem positiven Ansatz:  „Aufzeigen was gut ist.“ Als Beispiel für diese konstruktive Herangehensweise nennt Waning die von Claytec und seinen Partner-Unternehmen entwickelten Lehmbaulösungen zur Innendämmung, diese seien ein wichtiger Beitrag zur aktuellen Diskussion um energetische Sanierung.

 

Gemeinsam die Zukunft gestalten

 

Heute beschäftigt das Unternehmen waningbauen neben dem mitarbeitenden Chef einen Zimmerermeister und Restaurator sowie einen Tischlermeister und ist damit bestens aufgestellt für die hochqualifizierte Ausführung anspruchsvoller Denkmalsanierung und den gehobenen Innenausbau bei Neubauten. Neben der praktischen Arbeit ist für Michael Waning der Gemeinschaftsgedanke wichtig: „Ziel muss sein, im Handwerk gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Wir müssen uns den Herausforderungen stellen,  im Bereich effektiver Energieeinsparungen ebenso wie in der Vermittlung einer zeitgemäßen und aktuellen Auffassung von Handwerk. Der moderne Lehmbau darf dabei keinem elitären Zirkel Eingeweihter vorbehalten bleiben. Wir müssen aufzeigen, dass durch die Nutzung dieser ebenso traditionellen wie hochmodernen Technik jeder Einzelne die Möglichkeit hat, die persönliche Energiebilanz nachhaltig positiv zu beeinflussen und damit gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.“

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Bauhistorisch adäquate Gestaltung