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Stuckateur mit Lehmbau-Faible: Patrick de Saint Glenn

Im Solinger Stadtteil Höhscheid betreibt der Stuckateurmeister Patrick de Saint Glenn das Unternehmen Glenn Lehmputz. Bei der Sanierung eines historischen Fachwerkhauses entdeckte er seine Leidenschaft für den Baustoff Lehm. Mittlerweile hat sich Saint Glenn auf die Erstellung edler Wandoberflächen spezialisiert. Dass er damit kontinuierlich steigenden Erfolg verzeichnen kann, liegt nicht zuletzt an der gelungenen Präsentation seiner Arbeit. Mit seinem strategisch günstig gelegenen und ästhetisch herausragend umgesetzten „Showroom“ gelingt es ihm, in überdurchschnittlich hohem Maße auch Laufkundschaft für den Baustoff Lehm zu begeistern.

Seit 2002 ist Patrick de Saint Glenn Stuckateurmeister. „Blut geleckt“ in Sachen Lehmbau hat er, wie viele Handwerker vor ihm, durch ein konkretes Bauvorhaben. Ein Freund hatte im Jahr 2003 ein 350 Jahre altes Fachwerkhaus erworben und bat, naheliegender Weise, den befreundeten Handwerker um Hilfe bei dessen fachgerechter Instandsetzung.  „Als Stuckateurmeister weißt du ja, wie das geht mit dem Lehm“, so die Worte des Freundes, eines Karosseriebaumeisters. Gemeinsam mit dem Autoreparatur-Spezialisten, der sich schnell als multipel begabtes handwerkliches Naturtalent erwies, wurde der erste Bauabschnitt in Angriff genommen, erste Gefache mit Lehmbausteinen ausgemauert. „Mit dem ersten Sack Lehm, den wir verarbeiteten, habe ich mich in das Material verliebt“, berichtet Saint Glenn. Noch während dieser frühen Umbauphase besuchte er, gemeinsam mit einem befreundeten Stuckateurkollegen von der Mosel einen vertiefenden CLAYTEC Lehmbau-Lehrgang.

 

Glück des Tüchtigen trifft Marketing-Talent

Mittlerweile ist die Sanierung des alten Fachwerkhauses erfolgreich abgeschlossen. Das einstige Lern- Objekt kann Patrick de Saint Glenn mittlerweile als Referenzobjekt vorzeigen, denn es ist ein echtes Schmuckstück geworden. Seine Bewohner genießen das angenehme Raumklima des Lehms und die urige Behaglichkeit. Einrichtungs-Details wie Bakelit-Lichtschalter oder ein massiver glattgehobelter Holzklotz als Couchtisch greifen die archaische Ästhetik der Jahrhunderte alten  Fachwerk-Bauweise spielerisch auf. Das intensive „Lernen am Objekt“ blieb für den Stuckateur nicht folgenlos. Noch ist für Saint Glenn seine regelmäßige Tätigkeit für eine ortsansässige Wohnungsbaugesellschaft der Haupt-„Brotjob“.  Deren Aufträge umfassen Instandsetzungs- und Reparaturarbeiten ebenso wie Trockenbau-Maßnahmen und konventionelle Putzarbeiten.  Das Verhältnis konventionelle Baumaßnahmen versus Lehmbau ist jedoch gerade im Begriff, zugunsten der neu entdeckten Leidenschaft für das Arbeiten mit Lehm zu „kippen“. Neben Saint Glenns von Begeisterung für den Werkstoff getragenem besonderem Engagement ist diese Entwicklung auch einer Maßnahme zu verdanken, die man wohl am ehesten unter dem sprichwörtlichen „Glück des Tüchtigen“ verbuchen kann, auch ein gewisses Talent in Sachen Selbstvermarktung spielte eine Rolle.  

Lager und Werkstatt betreibt Patrick de Saint Glenn schon länger im Hinterhof einer ehemaligen Metzgerei im Solinger Stadtteil Höhscheid. Als der Stuckateur begann, dem Lehmbau und insbesondere der Herstellung edler Lehm-Wandoberflächen einen immer größeren Raum in seinem handwerklichen Schaffen zu geben, entstand die Idee, auch das ehemalige Ladenlokal zu nutzen. Saint Glenn beschloss, aus dem einstigen Verkaufsraum mit seinem großen Schaufenster eine Präsentationsmöglichkeit für seine Wandgestaltungen mit Lehm zu machen. Zu welch nachhaltigem Erfolg diese Maßnahme später führen würde,  ahnte da noch niemand. Dass die vielbefahrene Ampelkreuzung in deren Sichtweite der neue „Showroom“ entstand,  an der Schnittstelle einer beliebten Ausflugsroute ins Bergische Land und dem meistgenutzten Autobahnzubringer der Region lag, war zwar bekannt, aber so alltäglich, dass Saint Glenn dem keine besondere Bedeutung beimaß. Nicht lange nach der Eröffnung des neuen „Showrooms“ trat nach und nach der enorme Wert dieser exponierten Lage zu Tage. Im täglichen Stop-and-Go in den Spitzenzeiten des Berufs- und Ausflugsverkehrs nutzten nicht wenige Autofahrer die Wartezeiten an der Ampel, um das ungewöhnliche neue Ladenlokal am Wegesrand in Augenschein zu nehmen. Und dabei blieb es nicht: Offensichtlich waren manche der Vorbeifahrenden so neugierig geworden, dass sie wiederkamen, um das Gesehene in Ruhe aus der Nähe zu betrachten.

 

Eleganter Lehm-Erlebnisraum

Und was den Besucher im Showroom von Lehmbau Glenn erwartet, weiß zu gefallen: Mit viel Gespür für Gestaltung und einer sicheren Hand für Inneneinrichtung und Farbgebung hat Patrick de Saint Glenn hier gemeinsam mit seiner Ehefrau Katrin - Zitat Saint Glenn: „Die Gestaltung ist zum größten Teil ihr Verdienst.“ - einen „Lehm-Erlebnisraum“ von besonderer Qualität geschaffen. Großflächige YOSIMA-Farbflächen kontrastieren mit einer partiell unverputzt belassenen Beispielwand, die, beginnend mit dem rohen Backstein der Außenmauer in Schichten den Aufbau einer Lehmwand demonstriert. Mit den großzügig gestalteten Wandflächen korrespondiert eine geschmackvoll-sparsame Möblierung, ergänzt um dezente Details und Accessoires. Die perfekt ausgeführten YOSIMA-Oberflächen strahlen Eleganz und Wertigkeit aus.

„Man mag es kaum glauben“,  so Patrick de Saint Glenn, „tatsächlich generieren wir 50 Prozent des Umsatzes im Bereich Lehmbau über ‚Laufkundschaft‘, also über die Kunden, die über unseren Ausstellungsraum mit uns in Kontakt kommen. Das ist ein Traumwert und völlig untypisch im Stuckateurgewerbe.“ Zusammen mit dem branchentypisch wichtigsten werblichen Multiplikator, dem Weiterempfehlen durch zufriedene Kunden, trug die Idee mit dem Showroom maßgeblich zu einer Firmenentwicklung bei, die Patrick de Saint Glenn seinem großen Ziel zusehends näher kommen lässt: „Ich würde gerne irgendwann ausschließlich mit Lehm arbeiten.“ Eine Vorstellung, die durchaus machbar erscheint, angesichts der abschließend formulierten Erkenntnis  des Stuckateurmeisters und Lehmbau-Spezialisten: „Wer einmal seine erste Lehmwand bekommen hat, der kommt wieder.“

Patrick de Saint Glenn
Urig und behaglich: Esszimmer im Fachwerkhaus
Detail: Bakelit-Schalter im Fachwerkhaus
Edle Oberflächen: Glenn-Showroom in Solingen
Im Showroom: Dezente Accessoires, edles Ambiente
Arbeitsbeispiel, Ausführung: Patrick de Saint Glenn