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Stark im Norden: Baubiologischer Fachhandel Mordhorst

Der Baubiologische Fachhandel Mordhorst in Hamburg-Lokstedt ist für Claytec der bedeutendste Umsatzträger im Norden. Auf der Liste der umsatzstärksten Partner-Händler liegen die Hamburger auf einem herausragenden siebten Platz. Grund genug für CLAYTEC-Mitarbeiter Dieter Mai, einmal vor Ort den Ursachen für diese nachhaltig erfolgreiche Geschäftsbeziehung auf den Grund zu gehen.

Naturbaustoffe aller Art wie Holzfußböden, Korkparkett, Teppichboden, Naturfarben, Linoleum, Baumwollputz, aber auch Wandheizungen und natürlich Lehmputze und Lehmbaustoffe, kauft der umweltbewusste Bauherr bei Hamburgs erster Adresse für natürliches Bauen, dem Baubiologischen Fachhandel H.J. Mordhorst KG im Stadtteil Lokstedt. Um dorthin zu gelangen geht es für mich hinter dem Hauptbahnhof per IC noch eine Station weiter. Auf dem Weg zum Bahnhof Dammtor bekomme ich noch für einen kurzen Moment ein wunderbares Alster-Panorama geboten, dann ist das Ziel auch schon erreicht. Azubi Tammo Martens holt mich am Bahnhof Dammtor ab und kutschiert uns durch die Hansestadt. „Noch geht es, nachher im Feierabendverkehr ist hier ‚stop & go‘ angesagt.“  Martens fährt täglich die weite Strecke von Bremen zu seinem Ausbildungsbetrieb. Das spricht für das Durchhaltevermögen des Auszubildenden aber auch dafür, dass es sich bei Mordhorst nicht um einen x-beliebigen Naturbaustoffhandel handelt.

„Ursprünglich betrieb meine Frau einen kleinen ökologischen Baustoff-Handel im niedersächsischen Rotenburg an der Wümme“ berichtet Friedrich Kerker. Er berät bei Mordhorst Handwerker und Privatkunden zu allen Fragen rund um die Verarbeitung der im Geschäft angebotenen Naturbaustoffe. Gemeinsam mit dem Prokuristen Michael Cordes hat der studierte Baubiologe die Mordhorst-Zweigstelle  in Hamburg-Lokstedt zu einer der ersten Adressen in Sachen Naturbaustoffe im Norden gemacht. Aus einer kleinen Unterabteilung im Hamburger Stammhaus des traditionsreichen Holzhandels Mordhorst formten die beiden einen florierenden Fachhandel für Naturbaustoffe.

 

Holz und Naturbaustoffe Hand in Hand

 

Cordes und Kerker kannten einander schon lange. Wenn der Holzhandel Mordhorst Bedarf an ökologischen Baustoffen hatte, fuhr dessen Mitarbeiter Michael Cordes zum  Geschäft von Frau Kerker. Umgekehrt bezogen die Eheleute Kerker ihr Holz beim Hamburger Holzhändler.
Als Cordes auf die naheliegende Idee verfiel, das gemeinsame Potential und die zweifellos vorhandene Schnittmenge im Kundenstamm mit den Eheleuten Kerker besser auszunutzen, musste er im Mordhorst-Stammhaus nicht lange Überzeugungsarbeit leisten. Zu plausibel schien der Gedanke, dass das Bauen mit Holz und die Verwendung anderer Naturbaustoffe Hand in Hand gingen.

 

Schließlich wagten auch Friedrich Kerker und seine Frau den Sprung vom beschaulichen Rotenburg ins große Hamburg. Der Rest ist eine bis heute andauernde Erfolgsgeschichte, bei der Mitte der 1990er Jahre auch die Lehmbaustoffe von Claytec ins Spiel kamen. Claytec-Technikleiter Ulrich Röhlen unternahm seinerzeit eine ausgedehnte Rundreise durch Norddeutschland. Er war auf der Suche nach potenten Handelspartnern für das damals gerade im Aufbau befindliche Claytec-Partner-Netzwerk. Nach einigen eher ernüchternden Begegnungen fand Röhlen in Kerker und Cordes endlich Lehmbau-affine Menschen, die seinen professionellen Anspruch im Hinblick auf Qualität und Logistik teilten. Zudem verband den Niederrheiner und die beiden Hanseaten das Bestreben, die Naturbaustoffe allgemein und Lehm im Besonderen aus der reinen Selbstbauer-Schiene zu „befreien“ und ihre Verarbeitung zu professionalisieren.

Das Stammhaus: Mordhorst Holzfachhandel


Das Stammhaus, der Holzfachhandel H.J. Mordhorst KG wurde 1919 von Max-Jürgen Mordhorst im Hamburger Stadtteil Stellingen gegründet. Das Gelände in der Kieler Str. 367 diente in dieser Zeit vor allem als Lager für Bauholz, Schnittholz und Hobelwaren.  Die Güterknappheit und der Wiederaufbau der durch den Krieg zerstörten Gebäude in vielen Teilen Hamburgs sorgten in der Nachkriegszeit  für eine starke Nachfrage nach dem Werkstoff Holz. 1959 wurde das Unternehmen von Hans-Joachim Mordhorst übernommen und weiter ausgebaut. Der optimale Standort durch direkte Anbindung an die A7 und das nötige Know-how sorgten dafür, dass das Unternehmen weiter florierte.


1992 wurde das Unternehmen H.J. Mordhorst KG von Herrn Kay Mordhorst in die dritte Generation geführt. Neue Ideen wurden verwirklicht und angestrebte Ziele verfolgt. Moderne Ausstellungsräume für optimale Warenpräsentation wurden angebaut und mit Liebe zum Detail eingerichtet. Das Warenangebot umfasst verschiedene Hölzer in unterschiedlichsten Dimensionen für das Bauwesen, zahlreiche Parkettarten namhafter Hersteller, Dielenböden, Hobeldielen, Terrassenbeläge, eine Ausstellung rund um das Thema „Holz im Garten“ sowie alles rund um die Pflege und Oberflächenbehandlung von Holzfußböden und eine Bauelemente-Abteilung.
Mordhorst genießt in Hamburg einen hervorragenden Ruf, und das kommt nicht von ungefähr. Hier agiert ein junges engagiertes Team, das einerseits über ein großes Fachwissen verfügt und zugleich stets die Bedürfnisse der Kunden im Blick behält, ganz so, wie es die Firmenphilosophie des Familienunternehmens vorgibt. Diese, und damit auch der Erfolg der Firma Mordhorst, beruht nicht zuletzt auf dem besonderen Führungsstil des Unternehmens. Das schenkt seinen Angestellten innerhalb ihres Aufgabenbereichs vollstes Vertrauen und gewährleistet ihnen größtmöglichen Handlungsspielraum mit dem Ziel, die Eigenmotivation so weit wie möglich zu fördern. ,, Gemeinsam an einem Strang ziehen, um optimale Ergebnisse zu erreichen“ lautet die Devise im Team Mordhorst. Für den Erfolg des großen Ganzen ist jeder Einzelne wichtig.

 

Naturmaterialien – ein Thema spätestens wenn Nachwuchs kommt


Inmitten des vielfältigen Sortiments fällt im Baumarkt eine Spielecke auf. Ein Mini-Tisch mit kleinen Stühlen, Holzspielzeug, Buntstiften und Papier. Über allem wacht ein etwas grimmig dreinschauender Löwenkopf in der Art des Kinderbuch-Illustrators Janosch, ganz plastisch und fast lebendig wirkend aus  Lehm geformt, mit Mähne und Augenbrauen aus Bast. Der vom Lehm-Löwen bewachte eigene Bereich für die Kleinsten kommt nicht von ungefähr. Bei der stetig steigenden Nachfrage nach Naturbau-Produkten in den Jahren seit der Geschäftsgründung spielte laut Friedrich Kerker der Nachwuchs eine ganz entscheidende Rolle. Der Baubiologe erklärt das so:  „Spätestens dann, wenn Kinder kommen richtet sich der Fokus bei den jungen Familien ganz stark auf das Thema Baugesundheit und Naturmaterialien.“

Durch sein breit gefächertes Warensortiment kann Mordhorst Naturbaustoffe den derart sensibilisierten angehenden Bauherren ein nachhaltiges Gesamtpaket miteinander harmonierender Materialien anbieten. „Wenn sich jemand zum Kauf eines Holzdielen-Bodens entschieden hat, empfehle ich gerne, dazu passend, Lehmputz für die Wände, eine Empfehlung, der die Kunden regelmäßig folgen, denn Lehm und Holz, das geht einfach gut zusammen“, erläutert Friedrich Kerker.

 

Seit  Januar 2011 verstärkt Christin Beckmann das Mordhorst-Team im Außendienst. Ihr Arbeitsbereich umfasst die Pflege bestehender Geschäftsbeziehungen zu  Verarbeitern und Architekten sowie die Gewinnung neuer Kunden. Diesen Aufgaben widmet sich die stets freundliche Außendienstlerin mit bemerkenswertem Engagement und großem persönlichen Einsatz. Die  Lehmbaustoffe liegen der jungen Frau besonders am Herzen. ,,Dass ich selber das Material so schätze,  ist für mich ein täglicher Ansporn, sowohl Verarbeiter als auch Architekten vom Naturbaustoff Lehm zu überzeugen, indem ich ihnen die Vorteile und die individuelle Schönheit des Produkts näher bringe“, sagt Beckmann.

Besonderes Augenmerk legt sie dabei auf den YOSIMA Lehm-Designputz von Claytec: „Damit treffe ich sowohl bei Architekten als auch bei Verarbeitern auf großes Interesse. Mein Ziel ist es, den Bekanntheitsgrad weiter zu erhöhen und die besonderen Eigenschaften des Produkts noch deutlicher herauszustellen, um die Nachfrage auf dem norddeutschen Markt weiter zu steigern. Ich sehe in YOSIMA das Potential zum ‚must-have‘- Artikel für alle diejenigen, die eine dekorative und individuelle Wandgestaltung mit Naturbaustoffen planen.“

 

Synergie-Effekte nutzen

 

Für Kay Mordhorst, der das Familienunternehmen Mordhorst in dritter Generation führt, ist die Öffnung des Holzhandels hin zur Vermarktung von Naturbaustoffen nur folgerichtig: „Holz und ökologische Baustoffe, das passt einfach. Als ich Anfang der 1990er-Jahre die Firmenleitung  übernahm waren wir gerade auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern. Vom konsequenten Ausbau der Naturbaustoff-Abteilung versprachen wir uns entscheidende Synergie-Effekte.“ Freimütig beschreibt der Kaufmann diese für alle Beteiligten spannende Übergangszeit. Hatte man bis dahin überwiegend mit bodenständigen hanseatischen Handwerkern zu tun, kaufte jetzt auch die „Birkenstock-Fraktion“ bei Mordhorst ein. „Das war zugegebener Maßen, anfangs schon etwas gewöhnungsbedürftig“, berichtet Unternehmer Mordhorst schmunzelnd. Mittlerweile ist der ökologische Gedanke in der Mitte der Gesellschaft angekommen - und Lehm als Baumaterial im direkten Umfeld von Firmenchef Kay Mordhorst, wie er berichtet: „Im Stammhaus auf der Kieler Straße haben wir einen Raum mit Lehmputz ausgestattet. Dort fühlt man einfach den Unterschied im Raumklima, das sagen uns auch unsere Kunden immer wieder.“
Im Baubiologischen Fachhandel in Lokstedt füllt sich jetzt nach der Mittagszeit das Ladenlokal zusehends. Friedrich Kerker berät eine Mutter und ihre erwachsene Tochter über die sachgemäße Verwendung von Silikatfarben und  Michael Cordes erläutert im Nebenraum einem Bauherrn die Vorzüge einer Lehmbauplatten-Wandheizung. Auch die restlichen Mitarbeiter sind nun beschäftigt, das Tagesgeschäft brummt, Zeit sich zu verabschieden.

Auf dem Weg zum Bahnhof Dammtor: Alsterblick aus dem IC
Von Grün umgeben: Baubiologischer Fachhandel Mordhorst
Der baubiologische Fachhandel bietet ein vielfältiges Sortiment
Friedrich Kerker (l.) und Michael Cordes
Der Lehm-Löwe bewacht die Spielecke
Engagiert im Außendienst: Christin Beckmann