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Denkmalschutz trifft Handwerk: Buccio - „Stuck mit Profil“

Abwechslungsreiche und anspruchsvolle Aufgaben im Spannungsfeld zwischen Handwerk und Denkmalschutz kennzeichnen den beruflichen Alltag des Stuckateurmeisters, Restaurators und Denkmalschutz-Spezialisten Pasquale Buccio. Unter dem programmatischen Motto „Stuck mit Profil“ betreibt das Unternehmen Buccio je eine Dependance in Luxemburg und Trier. In den vergangenen 30 Jahren hat sich Pasquale Buccio einen herausragenden Ruf als Denkmalpflege-Spezialist in der grenzüberschreitenden Großregion erworben. Auch wenn er nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist, spielt der Baustoff Lehm bei vielen Bauvorhaben eine zentrale Rolle.

„Wir bieten ganz unterschiedliche handwerkliche Leistungen an“, erklärt Pasquale Buccio und zählt die zahlreichen Arbeiten auf, deren sorgfältige und hochprofessionelle Ausführung den Ruf des  Unternehmen Buccio als eine der ersten Adressen in Sachen Restauration, Oberflächengestaltung und Denkmalschutz in und um Trier und Luxemburg begründete.  Das insgesamt gut 20-köpfige Team renoviert und restauriert alte Bauernhäuser, montiert Wandheizungs-Systeme, realisiert Lösungen zur Innendämmung und setzt auch die komplette Gestaltung von Gebäuden und Wohnungen um. Zu den Spezialitäten gehört, neben den „klassischen“ Tätigkeitsfeldern Stuckdecken und Fassadengestaltung, die Ausführung von Tadelakt-Oberflächen. Ein besonderes Lieblingsthema des Firmengründers ist darüber hinaus die Gestaltung und Ausführung von Terrazzo-Böden.  Der Baustoff  Lehm, den Buccio stets vom CLAYTEC-Handelspartner Thomas Bauzentrum in Trier bezieht, spielt im Buccio-Portfolio eine zentrale Rolle, wenn sich auch dessen Verwendung vielfach „im Untergrund“ abspielt.

Historische Authentizität bewahren

Wenn Buccio etwa eine Wandgestaltung mit Tadelakt umsetzt, verbirgt sich unter der Oberfläche oftmals Lehm-Unterputz von CLAYTEC. Die Kombination ist übrigens eine Buccio-Spezialität, für gewöhnlich wird Tadelakt auf einem Kalkputz-Untergrund aufgebracht - eine Variante, die Buccio lediglich in Spritzwasserbereichen anwendet. Oder bei der Restaurierung alter Balkendecken: Im Sinne des Denkmalschutzes und dessen Anspruch auf historische Authentizität verschwindet auch dort in den meisten Fällen der Lehmputz unter dem obligatorischen Schlussanstrich mit Kalkfarbe. Schließlich sind die heutzutage vielfach freigelegten, sichtbaren Deckenbalken zwar mitunter ganz schön anzusehen, in  denkmalpflegerischer Hinsicht jedoch nicht authentisch, waren doch in vergangenen Jahrhunderten Eichenbalken und Lehmwände nicht wegen der Ästhetik, sondern aus funktionalen Gründen Mittel der Wahl. Wollte ein Hausbesitzer gehobenen Status signalisieren, war nicht selten die „Kölner Decke“ eine Option. Eine besonders schöne, stuckverzierte Variante dieser lehmverputzten Holzbalkendecke findet sich in den beeindruckenden Präsentationsräumen von Buccio in Trier-Ehrang.

Dort erwarten den staunenden Besucher noch mehr beredte Geschichtszeugnisse. Mit geradezu archäologischer Akribie konnten Buccio und sein Team im historischen Bauwerk zahlreiche Zeugnisse vergangener Jahrhunderte finden und für die Nachwelt erhalten.  Ob es die freigelegten Wandmalereien aus dem 16. Jahrhundert sind, die Silhouetten der ursprünglichen Fenster an der Außenfassade oder der einstige Dachgiebel, dessen Konturen sich auf einer Innenwand im Obergeschoss abzeichnen: das „Sichtbarmachen“ alter Kultur- und Alltagszeugnisse zählt zu den Spezialitäten in Pasquale Buccios denkmalpflegerischer Arbeit. Aufgrund seiner reichen Erfahrung im Umgang mit historischer Bausubstanz wird Pasquale Buccios fachlicher Rat immer wieder auch von öffentlichen Institutionen in Luxemburg und Deutschland in Anspruch genommen.

Modernität mit Durchblick


Aber Buccio kann auch modern:  Zwar ist das von seinem Unternehmen restaurierte Gründerzeit-Gebäude des ehemaligen  Herz-Jesu-Krankenhauses in Trier ebenfalls ein historisches Bauwerk, beim Innenausbau einer Dachgeschosswohnung dort setzten Buccio und sein Team aber ganz auf sachlich-elegante Funktionalität mit klarer Linienführung und top-modernem Charakter. Um eine höhere Lichtausbeute im Wohnbereich zu erzielen, gestalteten sie die Zwischendecke zum Spitzboden als lichte Konstruktion aus zierlichen Stahlstreben. Der freie Durchblick schafft nach oben Weite und sorgt beim Begehen zunächst für Schwindelgefühle - faszinierend ist diese elegante Variante der vertikalen Raumaufteilung allemal. Bei aller Modernität fehlt aber auch in diesem Objekt nicht der „Link“ in die Vergangenheit des Gebäudes: Den großen Kaminofen im Wohnbereich schmückt das einstige Wahrzeichen des  Krankenhauses, ein stilisiertes Kreuz. Zum Edel-Appartement gehört auch der kleine Glockenturm des ehemaligen Klosters. Dieser wurde von Buccio erhalten und begehbar gemacht. Von oben bietet sich ein beeindruckender Rundumblick über ganz Trier.

Im Laufe der Jahre ist das Unternehmen Buccio zum echten Familienbetrieb geworden. Sohn Marcello ist, wie der Vater, Meister im Stuckateurhandwerk. Zusätzlich hat er die Qualifikation zur Fachkraft im Lehmbau erworben. Im Betrieb ist Marcello Buccio mittlerweile aus dem Schatten des Vaters herausgetreten und übernimmt  schrittweise mehr und mehr von dessen bisherigen Aufgaben. So ist er heute federführend für alle Fragen der Gestaltung zuständig. Auch Töchter und Schwiegersöhne sind in unterschiedlichsten Positionen in die Arbeit des Stuckateurbetriebs eingebunden. Und dann ist da natürlich noch die „Seele des Geschäfts“, wie Pasquale Buccio seine Ehefrau Ulrike benennt. „Sie hat mich schon vor mancher Dummheit bewahrt, hält mir den Rücken frei und findet im Umgang mit den Kunden am Telefon immer den richtigen Ton. Ohne die Unterstützung der ganzen Familie und meiner Frau ginge es gar nicht“, sagt Pasquale Buccio und fährt fort: „Wenn man diese besondere Arbeit so intensiv betreibt wie wir, muss man einfach ein bisschen verrückt sein, und ich habe das große Glück, dass meine Familie meine Leidenschaft für authentisches Handwerk und den Denkmalschutz teilt.“

Denkmalschützer aus Leidenschaft: Pasquale Buccio
Die nächste Generation rückt nach: Vater Pasquale mit Sohn Marcello Buccio
Die Fassade von „Haus Briel“ in Trier-Ehrang dokumentiert nach der Restaurierung unterschiedliche Baustil-Epochen.
„Kölner Decke“ in edler Stuck-Variante in den Buccio-Präsentationsräumen in Trier-Ehrang
Freigelegt: Renaissance-Wandmalereien
Buccio kann auch modern: Klare Linien und viel Weite nach oben im ehemaligen Herz-Jesu-Krankenhaus in Trier
Über den Dächern von Tier – Blick vom ehemaligen Glockenturm