
Die Aufgabe war ebenso spannend wie ungewöhnlich. Im Juni 2009 erkundigte sich das Schauspiel Köln, vertreten durch Bühenmeister Herrn Achim Seibt, nach einem besonders gut wasserlöslichem Lehmstein. Normalerweise gilt der Ehrgeiz eines Lehmbaustoffherstellers der Herstellung möglichst wasserfester Lehmsteine. Für die Inszenierung des König Lear der Regisseurin Karin Beier sollten sie sich unter Wassereinwirkung in einer definierten Zeit von weniger als 6 Minuten auflösen, um eine Bresche in einer gestapelten Mauer freizugeben. Nach zahlreichen Berechnungsversuchen an unterschiedlichsten Proben war schließlich das ideale Rezept und Herstellungsverfahren gefunden. Der Kölner Bühnenstein konnte produziert werden, mehr als 12.000 Stück wurden bis März 2010 geliefert.
Eine Kritikerstimme zum Stück: „... Karin Beiers König Lear zur Eröffnung der Spielzeit am Kölner Schauspielhaus hat den Mut, die Konsequenz und den Willen zum Weltdeutungsdrama, das hier ein Weltendedrama meint, in dem das, was ist, nur eine Silbe, eine Sekunde, einen Licht-, Kleider und Stimmwechsel getrennt ist vom Nichts. ... Bis auf die Knochen frei gelegt, lässt die Inszenierung keine Gefallsucht, strapazierte Aktualitätsfloskeln und entleerte Dekonstruktionsformeln zu. Nach diesem Abend weiß man wieder, warum überhaupt man ins Theater geht.“
(Andreas Wilink, Nachtkritik)
www.schauspielkoeln.de
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