Das in tragender Stampflehmbauweise errichtete Wohnhaus in Ihlow ist als Ergänzung einer historischen Brandenburgischen Feldsteinscheune angelegt. Sie ist aus riesigen Findlingen gemauert. Fenster und Türen sind von kleinformatigen Ziegeln eingefasst, ihre Verarbeitung zeugt von hohem handwerklichem Niveau. Das Altbau-Fragment hat eine besondere und eindringliche Ausstrahlung. Die schweren, monolithischen Stampflehmwände führen diese Wirkung fort. Sie sind hier innenseitig sichtbar und prägen so den Wohnraum.
Die Bauherren entschieden sich für ein Innenraumerlebnis aus massiven, authentischen Baustoffen ohne Beschichtungen oder Anstriche. So entschiedenen sie sich auch für eine Brettstapeldecke, deren Last auf den Lehmwänden aufliegt. Das außen mit Hanf gedämmte Haus wurde mit einer ausgeklügelten Haustechnikanlage versehen, beheizt wird es unter anderem durch eine solarthermische Anlage.
Geplant wurde das Gebäude durch ZRS Architekten Ingenieure, Berlin. Der Stampflehm und die Lehmputze wurden von Claytec geliefert, die Lehmbauarbeiten wurden von Luca-Lehmbau aus Leipzig ausgeführt. Als beispielhafte Lösung für das Bauen im Bestand wurde das Wohnhaus mit dem Brandenburgischen Architekturpreis 2007 ausgezeichnet.