Reparatur von Lehmausfachungen nach CLAYTEC Arbeitsblatt 2.1, Flechtwerk und Strohlehm nach Arbeitsblatt 2.2, Stakendecke nach Arbeitsblatt 4.1
Fett eingestelltes Strohlehmgemisch für Fachwerkausfachungen (Reparatur und Neuausfachungen) und zur Füllung historischer Holzbalkendecken.
Natur-Baulehm bis 5 mm, gemischtkörniger gewaschener Sand 0-8 mm, Gerstenstroh bis 10 cm
Rohdichte 1.600 kg/m3 (λ 0,73 W/mK, μ 5/10)
Erdfeucht in 1,05 t Big-Bags (ergibt 700 l verarbeitungsfertige Strohlehmmasse)
Trocken lagern. Erdfeuchter Strohlehm soll spätestens 3 Monate nach der Herstellung verarbeitet werden.
zum SeitenanfangBei der Berechnung des Materialbedarfs ist das Volumen des Flechtwerkes oder der Deckenstakung bei einem 8,0 cm dicken Bauteil mit ca. 20-25% abzuziehen.
Strohlehm ist fett eingestellt und enthält lange Strohhäcksel. Die Aufbereitung zum plastischen Baustoff erfolgt je nach erwünschter Konsistenz unter Zugabe von ca. 10-15% Wasser im Telleroder Trogzwangsmischer, ideal im Hubkneter oder in der Teichknetmaschine. In kleinen Mengen auch in Mörtelkübeln oder -wannen durch intensives Durcharbeiten mit Spaten, Schaufeln, Rechen oder einem starkem Motorquirl.
Fachwerkausfachungen: Der Strohlehm wird zunächst einseitig auf das Flechtwerk oder das Stakenspalier aufgetragen. Dieser Arbeitsgang erfolgt von der Außenseite. Die Mischung wird angeworfen oder durchgedrückt. Die dabei entstehenden innenseitigen Strohlehmwülste werden umgelegt und verstrichen. Nach einer Antrockenzeit von 1-2 Tagen (je nach Witterung) soll innenseitig ein weiterer, flächendeckender Verstrich erfolgen. Die Oberfläche der Außenseite ist in noch frischem Zustand für den Auftrag eines Kalkputzes sorgfältig aufzurauen (lochen).
Decken: Der Strohlehm wird auf die Stakung aufgebracht, bis zum Putzträger (Rohrgewebe St 70 34.001) durchgedrückt, leicht verdichtet und bündig mit der Balkenoberseite abgezogen.
Fachwerkausfachungen: Eine 8,0 cm dicke Strohlehmschicht trocknet je nach Belüftung und Witterung in 1-2 Wochen in der Regel soweit aus, dass keine Frostschäden mehr zu befürchten sind. Decken: Nach dem Auftrag muss durch ausreichende Querlüftung (d.h. 24 Stunden pro Tag alle Fenster und Türen geöffnet) oder maschinell für rasche Trocknung gesorgt werden.
Fachwerkausfachungen werden außen in der Regel mit gräfix Kalk-Grundputz Haar grob (CLAYTEC 21.200) verputzt, zur Wahl des Putzaufbaus und der Ausführung ist die Kenntnis der Arbeitsblätter 2.1 oder 2.2 unbedingt notwendig.
Zum Verputz oder zum nachfolgenden Einbau von Holzböden o.ä. muss der Strohlehm vollständig ausgetrocknet sein. Schwindrisse, die während der Trocknungszeit auftreten, sind normal und können ohne jede weitere Vorbereitung überputzt werden.
Wenn zu reparierende historische Bauteile aus einem mageren, sandigen Strohlehm bestehen, so empfiehlt sich die Anpassung des neuen Strohlehms an den Untergrund durch Sandzugabe.
Historische Strohlehme zeichnen sich oft durch hohen Strohanteil aus. Zur Herstellung angepasster Mischungen kann dem Strohlehm gehäckseltes Stroh zugegeben werden, dies ist auf Anfrage lieferbar.
Ausgabe 9-2007