Innenschalen aus Leichtlehm nach Arbeitsblatt 3.1
Leichtlehm für innnendämmende Vorsatzschalen für Fachwerk- und andere Altbauten.
Holzleichtlehm: Natur-Baulehm, Holzhackschnitzel (Fichte-Tanne)
Blähtonleichtlehm: Natur-Baulehm, Blähtongranulat 4-16 mm
Holzleichtlehm: Trockenrohdichte bei üblichem Einbau 600 kg/m3 (λ 0,17 W/mK, μ 5/10)
Blähtonleichtlehm: Trockenrohdichte bei üblichem Einbau 700 kg/m3 (λ 0,21 W/mK, μ 5/10)
Holzleichtlehm verarbeitungsfertig in 0,9 t Big-Bags,
Blähtonleichtlehm in 1,0 t Big-Bags
Vor Austrocknung oder Durchfeuchtung durch die Witterung schützen.
Nach der Lieferung, die kurzfristig nach der Herstellung erfolgt, muss Holzleichtlehm innerhalb von 2 Wochen verarbeitet werden.
Blähtonleichtlehm kann länger aufbewahrt werden, da keine Zersetzung der Zuschlagstoffe zu befürchten ist. Konsistenzveränderungen durch Austrocknung und Verklumpung sind möglich, ggf. Nachnässen und -mischen.
Ein Big-Bag Holzleichtlehm ergibt ca. 0,9 m3 fertiges Leichtlehmbauteil,
Blähtonleichtlehm ca. 1,0 m3
Der Einbau des Materials erfolgt entweder hinter oder zwischen weitmaschige verlorene Schalungen (Rohrgewebe St 70, CLAYTEC 34.001). Das Raster maß der zur Befestigung des Rohrgewebes notwendigen Unterkonstruktion darf max. 35 cm betragen. Das Gewebe wird mit verzinkten Klammern und einem zusätzlichen verzinkten Draht angetackert, der Basisdraht des Gewebes ist zur Befestigung nicht geeignet. Lehmbauplatten sind als verlorene Schalung nicht zulässig.
Der Leichtlehm ist bei Anlieferung verarbeitungsfertig. Er wird mit Schaufeln oder Forken eingebracht und mit einfachem Gerät (Lattenabschnitte o. ä.) soweit verdichtet, dass die Schale satt und hohlraumfrei verfüllt ist. Leichtlehm wird nicht eingestampft, eine möglichst hohe und nicht mehr zu steigernde Komprimierung ist nicht angestrebt. Zu Beginn der Arbeiten soll die Qualität der Verfüllung und die ausreichende Befestigung des Schilfrohrs häufig kontrolliert werden.
Die Verarbeitung von Leichtlehm erfordert Sachkenntnis. Abweichungen von den in den „Lehmbau Regeln“ des Dachverband Lehm e.V. bzw. im CLAYTEC Arbeitsblatt 3.1 beschriebenen Konstruktionen und maximalen Wandstärken sind nicht zulässig.
Nach dem Auftrag muss durch ausreichende Querlüftung (d.h. 24 Stunden pro Tag alle Fenster und Türen geöffnet) oder maschinell für rasche Trocknung gesorgt werden. Da Leichtlehm feucht eingebaut wird, kann es andernfalls zu Schimmelbildung kommen. In diesem Fall ist die Trocknung umgehend zu forcieren (z.B. per Kondensat-Trockner). Zur weiteren Behandlung der betroffenen Flächen geben wir gerne gesondert Auskunft.
Die Austrocknungszeit von Leichtlehm ist von Konstruktionen, Wandstärken und Witterungsbedingungen abhängig. Bei Einhaltung einer einseitigen Austrocknungs tiefe von 15 cm muss vor der Weiterbehandlung eine Mindest trocknungszeit von 8 bis 12 Wochen eingeplant werden.
Blähtonleichtlehm trocknet ggf. schneller.
Der Verputz oder die Verkleidung der Leichtlehmwände darf erst erfolgen wenn die Trocknung weitgehend abgeschlossen ist. Zur Beurteilung genügt in der Regel der Augenschein.
Das als verlorene Schalung eingesetzte Rohrgewebe ist ein guter Putzträger für Lehm- und andere Putze. Der Verputz wird in der Regel zweilagig mit Armierungsgewebe ausgeführt, siehe Arbeitsblatt 6.1 Lehmputze.
Ausgabe 8-2011